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Kommunikation für
eine neue Zeit

Der neue Wahl-O-Mat: Mehr Features – Mehr Debatte

Interview mit Sonia Binder, Projektleiterin für den Wahl-O-Mat

2.9.2021

Vergleiche deine politischen Positionen mit denen der Parteien. Das bewährte Prinzip des Wahltools bleibt, aber jetzt geht noch mehr: Der Wahl-O-Mat erscheint im neuen Look und vor allem mit neuer Usability. Sonia Binder ist Projektleiterin für den Wahl-O-Mat. Im Interview spricht sie über die neuen Features und über die Bedeutung des Wahl-O-Mat für 3pc und für die Unentschlossenen.

Was war die größte Herausforderung bei der Konzeption und Gestaltung?

Die größte Herausforderung ist jedes Mal aufs Neue, dass wir viele Inhalte auf kleinem Raum übersichtlich darstellen müssen. Auf der einen Seite bemühen wir uns um einen stärker spielerischen und interaktiven Ansatz: Dabei wollen wir zeigen, dass die Ergebnisse nicht statisch sind, sondern erlauben, verschiedene Positionen detaillierter zu analysieren. Auf der anderen Seite muss der Wahl-O-Mat übersichtlich und einfach bleiben. Das ist ja sein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Als die Partei "Volt" 2019 im Rahmen der Europawahl gegen den Wahl-O-Mat klagte, weil sie sich dort als kleine Partei nicht ausreichend berücksichtigt sah, haben wir das verstanden. Dafür mussten wir aber erstmal eine Lösung finden. Und das ist uns gelungen.

Was ist denn neu für die Nutzer*innen des Wahl-O-Mats?

Es ist jetzt noch einfacher, sich gründlich mit dem Ergebnis auseinanderzusetzen. User*innen können erkunden, was sie besonders interessiert: einzelne Thesen im Parteienvergleich, die Begründungen dieser Thesen oder die wichtigsten Standpunkte der Parteien. Außerdem kann man über die Tuning-Option eigene Antworten ändern oder die Gewichtung anpassen und an- und ausschalten, um zu sehen, welchen Einfluss dies auf die Übereinstimmungen hat.

Das Tool ist sehr relevant für so viele und sollte deshalb auch für alle nutzbar sein.

Und wie werden die neuen Features angenommen?

Aus den Nutzungsdaten zum Wahl-O-Mat zu den diesjährigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Sachsen wissen wir, dass sich mehr als die Hälfte der Nutzer*innen mit den neuen Features beschäftigt. Das ist ein schöner Erfolg für uns.

Und wie steht‘s um die Barrierefreiheit?

Wir sind froh, sagen zu können, dass der Wahl-O-Mat nun auch offiziell barrierefrei ist – mit Brief und Siegel. Die aktuellen Standards zur Barrierefreiheit sind nicht leicht zu erfüllen. Aber das Tool ist sehr relevant für so viele und sollte deshalb auch für alle nutzbar sein.

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen wählen gehen, da dies der einfachste Weg ist, Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Was bedeutet das Projekt für dich?

Der Wahl-O-Mat ist für mich und das Team definitiv ein Herzensprojekt. Er leistet einen wirklich wertvollen Beitrag zur Entscheidungsfindung. Denn wer liest schon die Wahlprogramme aller Parteien? Und das auch noch komplett? Der Wahl-O-Mat ist gesellschaftlich relevant, er kann etwas bewirken und deshalb bin ich auch ein bisschen stolz auf unsere Leistung.

Was erhoffst du dir für die Bundestagswahl?

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen wählen gehen, da dies der einfachste Weg ist, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Ich erhoffe mir einen künftigen Bundestag, der bereit ist, mit mutigen Entscheidungen eine solidarische Zukunft aller zu gestalten. Das bedeutet für mich persönlich vor allem: Eine klare Haltung angesichts der Klimakrise, mehr soziale Gerechtigkeit sowie echte Perspektiven für Migrant*innen und Geflüchtete. Aber zunächst müssen ja alle wählen gehen. Den Unentschlossenen hilft dabei bestimmt der Wahl-O-Mat!

Sonia Binder

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