Bundeszentrale für politische Bildung

Millionenfach im Einsatz: unser Wahl-O-Mat-Design

Regelmäßig ist er Nummer 1 in den App-Stores und gehört zu Googles beliebtesten Suchbegriffen: Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist aus der Zeit vor Wahlen nicht mehr wegzudenken.
Was wir damit zu tun haben? Wir gestalten ihn und machen gemeinsam mit der bpb stark, was den Wahl-O-Mat auszeichnet: Fokus und Aktualität, nutzerzentrierte Machart, Gamification. Ein spielerisches Instrument zum Nachdenken über Politik und Gesellschaft.

„Hört sich nach Spaß an, ist aber sehr ernst“: Mit diesen Worten legte Manuel Andrack, Sidekick des legendären Showmasters Harald Schmidt, die Server von wahl-o-mat.de lahm, als er 2002 die „tolle Internetseite“ in der Harald-Schmidt-Show vorstellte. Mit solch einem Ansturm hatte damals keiner gerechnet. 

Neuer Rekord: 26 Millionen Zugriffe in zweieinhalb Wochen

Seit seiner ersten Ausgabe verblüfft der Wahl-O-Mat mit immer neuen Zugriffs-Rekorden, die eindrücklich für seine Wichtigkeit in der Landschaft der Informationstools vor Wahlen sprechen: Zur vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 wurde er 26 Millionen Mal gespielt - und das in einer verkürzten Zeit von ausnahmsweise nur zweieinhalb statt der üblichen vier Wochen!

Vor jeder Landtags-, EU- oder Bundestagswahl steht die aktuelle Ausgabe unter Wahl-O-Mat.de oder als Smartphone-App zur Verfügung. Vergangene Ausgaben samt ihren Nutzungszahlen finden sich im Wahl-O-Mat-Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung.

Reduziertes Design: unser Erfolgsrezept

Seit 2003 sorgt 3pc für das Erscheinungsbild des Wahl-O-Mat und hat so prägenden Einfluss: „Ein Design, das 38 Thesen in einer Anwendung zusammenzurrt, die man in wenigen Minuten durchspielen kann - das hat uns von Anfang an gereizt: Bei dieser Aufgabe konnten wir prototypisch zeigen, was unser Motto der ‚Entverkomplizierung‘ bedeutet“, erläutert 3pc-Geschäftsführer Armin Berger die Herausforderung.

Entverkomplizierung durch Fokussierung

Spielerisch anregen, selber zu denken, eigene Standpunkte zu schärfen, Wahlmöglichkeiten wirklich zu nutzen - wie geht das? „Die bpb hat sich bewusst dafür entschieden, direkt bei den Fragen keine zusätzlichen Informationen anzubieten, damit die User:innen sich unbeeinflusst zu den Thesen positionieren können. Darin haben wir die bpb bestärkt, auch wenn man dies als eine logische Weiterentwicklung sehen könnte", so Berger. „Das reduzierte Design fördert das eigenständige Denken: Der Wahl-O-Mat erklärt Politik nicht – er regt dazu an, sich selbst zu positionieren.“

Das Wesentliche geschieht im Kopf der Nutzer:innen: Der Wahl-O-Mat belohnt das Selber-Denken.

Armin Berger, Geschäftsführer 3pc

Unsere These: Das Wesentliche geschieht im Kopf der Nutzer:innen. Statt sich in sozialen Netzwerken oder Talkshows eine Meinung überstülpen zu lassen, belohnt der Wahl-O-Mat das Selber-Denken. Klimawandel, Rente, Schutz der Bienen – wie denke ich darüber?
Nur wer alle Fragen beantwortet, erhält ein aussagekräftiges Ergebnis auf die Frage, welche Partei den eigenen Standpunkten am ehesten entspricht.

Sind alle Fragen beantwortet, stehen weitere Auswahlmöglichkeiten und Informationen zur Verfügung: So lassen sich im „Tuning“ eigene Themenschwerpunkte setzen, die sofort erkennbar das Ergebnis beeinflussen. Der „Parteienvergleich“ zeigt die Positionen von bis zu drei Parteien auf einen Blick, während unter „Begründungen zur These“ und „Standpunkte“ der Vergleich aller Parteien zu einer These bzw. die Standpunkte einer Partei zu allen Thesen erscheinen.

Zusätzlich erleichtern Gebärdensprache und barrierefreie Gestaltung und Programmierung den Zugang für alle. 

Visuelles Markenzeichen seit 2003

Natürlich haben wir den Wahl-O-Mat über die Jahre immer wieder aktuellen Sehgewohnheiten angepasst. Der gestalterische Nukleus – der leuchtende Orange und die Buttons – bleibt aber bis heute unangetastet: Markenzeichen des Wahl-O-Mat.

Einer für alle

Neben der responsiven Desktop-Version realisiert 3pc auch die Wahl-O-Mat App für Android und iOS.

Eingespielte Abläufe

Der Wahl-O-Mat wird vor jeder Wahl aktualisiert und geht knapp vier Wochen vor dem Wahltermin unter www.wahl-o-mat.de und per App online, mit einer großen Pressekonferenz und begleitet durch eine von uns konzipierte Social-Media-Kampagne.

„Nach gut 20 Jahren Wahl-O-Mat haben alle Beteiligten die Abläufe im Blut. Da reicht meist ein kurzer Zuruf und alle wissen, was zu tun ist.“

Sonia Binder, Projektmanagerin Wahl-O-Mat bei 3pc

Wahl-O-Mat: Pressekonferenz
Pressetermin zum Onlinegang des Wahl-O-Mat, © bpb

Wie entsteht der Wahl-O-Mat?

Etwa drei Monate vor der Wahl organisiert die bpb Workshops mit ca. 20 bis 25 Jung- und Erstwähler:innen, die in thematischen Arbeitsgruppen etwa 80 bis 100 Thesen erarbeiten. Basis hierfür sind aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen sowie die Partei- und Wahlprogramme, aus denen Themen herausgefiltert werden. Unterstützt werden die Jungwähler:innen dabei von Expert:innen, die ihnen beratend zur Seite stehen. 

Die Thesen werden den Parteien zur Beantwortung zugeschickt und die Antworten von Politikwissenschaftler:innen geprüft. Bei Unstimmigkeiten wird die Partei aufgefordert, ihre Antwort zu überarbeiten. In einem zweiten Workshop werden von den ursprünglich 80 bis 100 Thesen schließlich diejenigen 38 ausgewählt, die die wichtigsten Themen der Wahl aufgreifen, ein breites Themenfeld abdecken und von den Parteien kontrovers beantwortet wurden. Mehr dazu auf bpb.de

Foto: Wahl-O-Mat-Redaktion rund um einen großen Tisch
Von 100 Thesen zu 38: Jung- und Erstwähler:innen entwickeln die Wahl-O-Mat-Fragen, © bpb

Forschung zum Erfolgsmodell Wahl-O-Mat

Als eines der erfolgreichsten Internet-Angebote zur politischen Bildung hat der Wahl-O-Mat Vorbildcharakter - national und international.

Auszeichnungen